Suche nach Anerkennung

Suche nach Anerkennung

Diese Sichtweise erklärt in viel besserem Maße, warum nicht nur bei ADHS-Schulkindern und Erwachsenen die typischen und erheblichen Leistungsschwankungen zustande kommen. Gäbe es hierfür ursächlich nur eine und alles entscheidende Neuro-Transmitterstörung müsste im wesentlichen die eingeschränkte Leistungsfähigkeit dauerhafter und durchgängiger Natur sein. Gerade aber die Longitudinalbetrachtung einzelner ADHS-Schüler in ein und demselben Schulfach über mehrere Schuljahre zeigt bei entsprechendem Lehrerwechsel, wie stark ADHS-Kinder von der Akzeptanz durch die Pädagogen abhängig sind.

Diese Beobachtung erklärt auch, warum diejenigen Fächer, die spontane Anerkennung und Erfolge versprechen, auch ohne Ritalin zur Höchstleistung befähigen. Im Gegenzug erscheint nachvollziehbar, warum ADHS Betroffene in der Schule und später als Erwachsene im Berufsleben oftmals weit hinter ihren intellektuellen Möglichkeiten zurückbleiben und ihr Potenzial nicht auszunutzen verstehen. In diesen Situationen reichen aufgrund der raschen Kränkbarkeit geringste Fehlschläge aus, die Konzentration - aus Angst vor weiterem Versagen, Kritik und weiteren Selbstwertzweifeln - zu blockieren. Nur so ist nachvollziehbar, warum ADHS-Schüler mit hohem Intelligenzgrad, der eindeutig zur gymnasialen Reife befähigt, innerhalb von wenigen Jahren vom Gymnasium durchgereicht werden und nicht selten ohne (!) Schulabschluss scheitern.     

Derartiges Scheitern in der Schule („... was ich auch tue für die Schule, es lohnt sich ja eh nicht, ...“) zwingt zur Entwicklung anderer Anerkennungsstrategien als schulischer Lerneifer. Fast regelmäßig finden sich „Schulversager“ in Peergruppen zusammen, um auf diesem Wege anderweitige Anerkennung über die Gruppe zu bekommen. ADHS-Kinder bilden hier keine Ausnahme. Das typische „ständige Wiederaufstehen“ im Laufe des Lebens lässt sich aber auch dadurch erklären, dass sie ihr Leben lang auf der Suche nach Anerkennung sind. Akzeptanz, die sie niemals in sich selbst ruhend erfahren können, sondern diese stets von außen d.h. anderen Menschen benötigen und somit auf deren Belobigung angewiesen sind.


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