Lebenslauf

Biographie
  • Kindergarten
  • Grundschule
  • Förderstufe
  • Gesamtschule
  • Oberstufe
  • Zivildienst
Lebenslauf

Geburtsdatum 18.02.1980
Geburtsort Hildesheim

Kindergarten (4,5,6)

Ich war extrem ängstlich neuem gegenüber. Als meine Mutter mich den ersten Tag in den Kindergarten gebracht hat habe ich geschrieen und mich mit Händen und Füssen dagegen gewährt, dass sie mich alleine lässt. Ich habe mich immer unwohl dort gefühlt.

Als ich einmal während des Essens gelacht habe (es galt immer: absolut ruhig sein) wurde ich für eine halbe Stunde ausgeschlossen und musste mich außerhalb des Raumes auf eine Bank setzen und warten, bis ich wieder nach der Frühstückspause den Betreuungsraum betreten durfte. Da ich mich im Recht fühlte (was ist daran verwerflich während des Essens zu lachen?) weigerte ich mich dann wieder den Raum zu betreten; ich wollte Druck ausüben.

Ich habe mich ständig ungerecht behandelt gefühlt, so auch als ich dabei erwischt wurde, wie ich und ein anderer, weil wir uns über ein Buch gestritten haben, eine bereits vorher lose im Buch liegende Seite zu zerreißen. Es war keine Absicht, dennoch wurde ich ermahnt dieses Buch und ein anderes dem Kindergarten zu ersetzen. Aus trotz habe ich beide Bücher zwar über meine Mutter kaufen lassen, jedoch selbst behalten, anstatt auszuhändigen. Diese Reaktionen ziehen sich durch meine gesamte Kindergartenkarriere.

Ich hatte damals keinerlei Probleme Kontakte zu finden, im Gegenteil Ich habe ein Mädchen gefragt, ob es mich auf seinen Geburtstag einlädt und dann auf den Geburtstag mich spontan mit einer anderen auf einem Zimmer eingeschlossen. Da war ich noch 6 Jahre alt.

Grundschule (7,8,9,10)

Das Gefühl, nicht verstanden zu werden setzte sich fort. Ich habe oft unaufmerksam aus dem Fenster geschaut und nachgedacht. Während dieser Zeit kreierte ich die Fundamente diverser Fantasiewelten. Viele grundlegende Strukturen meiner heutigen „Hauptwelt“ wurden während der ersten Schuljahre gebildet. Neben meinen Freundschaften, die mich sehr erfüllten, bestimmten meine Gedanken mein Leben. Ich begann zu malen und zu schreiben. Während dieser Zeit versuchte ich meine Nachtträume zu „konservieren“, weil sie für mich sehr unterhaltsam waren. Obwohl es Albträume waren, empfand ich den Nervenkitzel als sehr bewegend und angenehm. Oftmals handelten sie davon, dass ich – Teil einer Gruppe Gleichgesinnter - durch Städte verfolgt wurde.

Ich war mit meinem Leistungsbild zufrieden. Es genügte mir, dass ich in allen Fächern, vor allem Mathematik, Deutsch und Kunst, eine 1 Schreiben konnte, wenn ich nur wollte. Leistungsabfälle störten mich nicht. Einzig meine 4 in „Schrift“ hat mich bedrückt

Während dieser Zeit kaufte ich eine Menge sogenanntes „Kriegsspielzeug“. Manchmal hab ich es mir auch von Freunden geklaut.

Auf einer Klassenfahrt weinte ich, weil ich es nicht ertragen konnte, dass Regen tausenden von Regenwürmern das Leben kostet.

Gesamtschule Förderstufe (11,12):

Es war ein harter Bruch. Die Gesamtschule lag 12 km entfernt und konnte nur mit dem Schulbus erreicht werden. Die Ellenbogenmentalität, mit der gekämpft wurde, überforderte mich.

Obwohl ich auf Bewegungsdrang und Nervenkitzel aus war, machte mir der Wettbewerb des Sportunterrichts etwas aus. Hätte ich nicht so ein geringes Durchsetzungsvermögen gehabt, hätte ich mich verweigert am Sportunterricht teilzunehmen. Ich hasste die Bundesjugendspiele, auch wenn ich mal eine Siegerurkunde erreicht habe.

Ich stellte mir ständig vor, wie Personen aus „meinen Welten“ diejenigen bestraften, die mich unterdrückten. Das war es, was mich während des Unterrichts nicht losließ. Lehrer bestraften mich mit sinnlosen Regeln (keine Grünflächen betreten, während der Pause darf sich kein Schüler in Gebäuden aufhalten); ich stellte mir im Gegenzug vor, wie sie z.B. von einem General zusammengeschrieen werden, weil sie eine Regel aus meiner Welt missachten.

Mir fiel auf, dass alle anderen irgendwie „schneller denken“ konnten (meine Interpretation). Trotz alledem trieb mich mein Ehrgeiz, der mein Selbstwertgefühl retten wollte, in Erfolgsrausch und brachte mir gute Noten ein. Mathematik wurde zu meinem Vorzeigefach. Da ich Angst vor der Autorität meiner Lehrer hatte, versuchte ich mich anzupassen. Ende der 6ten Klasse bekam ich schließlich in den Kopfnoten „Betragen, Fleiß, Aufmerksamkeit, Ordnung“ jeweils eine Eins. Ich hatte es strategisch geschafft, meine Lehrer davon zu überzeugen, dass ich es konnte, wenn ich es wollte. Man merkte mir meine Unaufmerksamkeit nicht an.

Meine Mutter verbot mir irgendwann weitere Freunde auf meinen Geburtstag einzuladen. Einige bestanden jedoch glücklicherweise darauf. Sie gehören heute zu meinen engsten Vertrauten.

Ich baute eine Angst auf, mit Mädchen zu reden. Da ich die Meinung anderer fürchtete, konnte ich es nicht ertragen, wenn man mir eindeutige Absichten unterstellte, also ließ ich vieles unversucht und lehnte sogar Angebote ab.

Auf der selben Klassenfahrt ereignete sich ein eigentlich marginales Missverständnis, das jedoch exemplarisch für viele stehen soll: Als ich am Tag der Rückfahrt den Bettwäscheberg unserer Klasse sah, war ich erstaunt über seine Größe und sagte: „Das ist aber ein riesiger Berg!“ Ich konnte nicht wissen, dass er deshalb so riesig war, weil eine Gruppe Behinderter zur gleichen Zeit dort wohnte und auch ihre Wäsche auf diesem Berg lag. Eine Betreuerin fasste meinen Ausspruch als Provokation auf und entgegnete scharf: „Wir haben auch das Recht auf Betten zu schlafen, oder meinst du wir liegen auf dem Boden?“

Derartige Missverständnisse schüchterten mich ein; ich war nicht in der Lage darauf zu antworten und das Missverständnis aufzuklären.

Gesamtschule Gymnasium (13,14,15,16):

Ich war verzweifelt zu sehen, dass andere in der Lage waren, besser mit Menschen umzugehen. Viele meiner Freunde schafften den Sprung auf Partys zu gehen, zu tanzen, Mädchen kennen zu lernen. Ich verweigerte mich.

Ich wurde von Ferien deprimiert, weil ich annahm, jeder hätte seinen Spaß, nur ich sitze zu Hause und langweile mich. Meine Freunde waren alle im 12 km entfernten Schulort. Meine Welten bekamen für mich immer größere Bedeutung. Ich konnte mit niemandem darüber reden.

Als mich ein Freund in Rollenspielrunden mitnahm, lernte ich ein Werkzeug kennen, meine Welten zu „visualisieren“. Als Rollenspielmeister konnte ich andere an meinen Bildern teilhaben. Ich erfand einige Brettspiele, mehrere Rollenspielregelwerke und setzte meine zweite Hauptwelt, die technologisch gesehen im Mittelalter anzusiedeln ist, in Text um. Nichts von dem war vollständig, gab mir aber eine wertvolle Gedächtnisstütze.

Schulisch bereitete mir nur Französisch sorgen, wo ich einmal eine 4 im Zeugnis bekam. Meine zweite vier überhaupt und jemals.

In einem Betriebspraktikum wurde ich mit monotonen Tätigkeiten betraut, die mich völlig überforderten. Obwohl ich zum Beispiel wusste, dass mein Vater dort im „Vertrieb“ tätig war, legte ich Post für ihn - und vermutlich nicht nur seine – in falsche Verteilerkästen ab.

In der 8ten Klasse kaufte ich einen PC.

Oberstufe (17,18,19):

Ein neues Hobby tat sich auf: Netzwerkpartys. Ich lernte mit meinem PC gegen und mit anderen zu spielen und schaffte es binnen kurzer Zeit, der Beste in meinem Umfeld zu werden. Netzwerk und Rollenspiel dominieren alles.

Bis jetzt habe ich mich wenig für mein äußeres interessiert. Meine Selbstständigkeit erreicht einen Tiefpunkt. Meine Mutter kauft immer noch meine Kleidung. Ich habe Angst vor dem Sprung ins selbständige Leben.

Um Geld zu verdienen gebe ich meinen Klassenkameraden Nachhilfe in Mathematik. Meine Berührungsängste vor Frauen lassen etwas nach. Als eine alte Freundin aus Südamerika zurückkehrt, beginne ich meine erste richtige Freundschaft zu einer Frau aufzubauen. Auf der Basis gemeinsamer Hobbys werden wir beste Freunde. Gespräche über Probleme oder Gefühle finden nicht statt. Ich beginne mich zu verlieben, was sie bis heute nicht erfahren hat.

Nach meinem schriftlichen Abitur kommt er zu einem entscheidenden Einbruch. Meine beste Freundin geht eine Beziehung ein. Ich verfalle zunächst in Resignation

Zivildienst (19,20):

Der Wendepunkt hat mir aber auch den Anstoss gegeben, meine gesamte Lebensführung zu überdenken. Zu diesem Anlass habe ich eine oberste Direktive formuliert: „Konfrontation statt Resignation“. Darauf basierend wurde einige Veränderungen eingeleitet: Äußere Erscheinung: Ich habe begonnen meine Akne stärker zu bekämpfen, habe Solarien besucht und Krafttraining gemacht. Ich habe Gefallen an einer exzentrischen Frisur gefunden. Gesundheit: Ich habe meine chronische Mandelentzündung durch entfernen der Übeltäter bekämpfen lassen, meine Allergie durch Hyposensibilisierung geschwächt, mich von meinen Weißheitszähnen verabschiedet und bin dabei das Problem mir meiner Nasenatmung zu lösen. Erfahrungen: Ich habe begonnen meine Sozialkompetenz zu verbessern, Ängste abzubauen, mich für Extremsport zu interessieren und mein Leben besser zu organisieren.

Mein Freundeskreis wird radikal auf wenige Vertraute gekürzt. Ich beginne zum ersten mal mit einem anderen Menschen über meine Gefühle und Probleme zu reden. Ich kaufe mir zum ersten Mal selbständig Kleidung. Computerspielen wird auf ein Minimum gekürzt. Die Visualisierung meiner Welten hat neben dem Ziel, mein Leben zu organisieren, zweite Priorität.

Auf Grund mangelnder Selbstständigkeit besorgt mir meine Mutter meinen Zivildienstjob.Die monotone Tätigkeit (Busfahren) deprimiert mich jedoch. Ich bin unkonzentriert, fahre zu schnell, baue Unfälle. Ich baue einen Hass auf meine Vorgesetzten auf. Ihre Arroganz bzw. Unorganisiertheit macht mich wütend.

Ich lerne Grundzüge von Italienisch um mich auszufüllen.Mit 19 Jahren komme ich durch eine Zufall mit meiner jetzigen Freundin zusammen. Alte Wunden heilen.

Als ich zwischendurch 2 Monate Geld am Fließband verdiene, merke ich erneut, dass ich nicht für wiederkehrende Arbeiten geeignet bin. Es kostet mich unendliche Kraft mit den rauen Begebenheiten zurechtzukommen. Ich lerne mich durchzuboxen.

Studium (21+):

Ich schreibe mich für Kommunikationswissenschaften ein.

Ich engagiere mich sehr für meine Selbstständigkeit und Berufsausbildung. Außeruniversitäres Engagement gewinnt an Bedeutung; in einem Verein übernehme ich Verantwortung für das Ressort Kommunikation. Was meine universitären Leistungen betrifft, so habe ich gelernt, mit meiner Art zu Lernen und zu denken umzugehen und reagiere sehr angepasst auf alle Herausforderungen. Ich habe alle Prüfungen bestanden und liege gut im Zeitplan. Ich baue meine Italienischkenntnisse aus mit Hilfe von Sprachkursen im Ausland. Nach dem Grundstudium werde ich dort ein Auslandssemester verbringen und meinen Abschluss danach in Deutschland machen.


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